700 km quer durch Deutschland auf eigenem Kiel

Unser neues Stahlboot haben wir im niederländischen Roermond an der Maas gekauft. Nun liegt es dort im Yachthafen und wartet auf die Bootsüberführung in unsere Heimatstadt Berlin.
Sobald das Wetter in diesem Frühling besser wird, wollen wir gemeinsam mit zwei ebenfalls wassersportbegeisterten Freunden unser Stahlboot auf den Binnenwasserstraßen nach Berlin bringen. Unsere Routenplanung sieht die Fahrt von der Maas über den Rhein und die Kanäle in Mitteldeutschland vor. Ein Törn über die Nordsee an der niederländischen und deutschen Küste bis zur Elbmündung schien uns vor dem Hintergrund der unbeständigen Wetterlagen im Frühling zu riskant. Der einzige Vorteil der Bootsüberführung „außen herum“ liegt darin, dass die Mannschaft sich das zeitraubende und teilweise umständliche Schleusen erspart. Die Routenplanung haben wir mit dem Online Törnplaner von Navinaut erledigt.

Mit Sack und Pack geht es an Bord

Wir haben 8 Tage Zeit für die Bootsüberführung auf den Wasserwegen und starten ganz früh in Berlin an einem Samstagmorgen. Ein weiterer Freund bringt uns mit seinem Bulli nach Roermond. Denn unsere maritime Ausrüstung, Lebensmittel, Bettzeug und Kleidung nehmen nicht unerheblich wenig Platz im Auto ein. Nach einigen Stunden erreichen wir den Yachthafen und gehen an Bord unseres neuen Stahlbootes. Obwohl ausreichend Hände zupacken und verstauen, vergeht doch eine Weile, bis alles an seinem Platz ist. Inzwischen ist es Nachmittag geworden. Wir sitzen im Cockpit und genießen die milde Frühlingssonne, der erste Kaffee auf unserem neuen Boot schmeckt fantastisch nach getaner Arbeit. Wir machen Pläne für den nächsten Tag, an dem auch unser Freund vor Tau und Tag mit dem Bulli zurück nach Berlin fahren wird.

Über Flüsse und Kanäle

Unterdessen werden wir die Maas ca. 90 Flusskilometer bis zum Maas-Waal-Kanal flussabwärts befahren. Der nur 13 km lange Maas-Waal-Kanal verbindet im niederländischen Nijmegen den Rhein mit seinem längsten Nebenfluss, die Maas. Wir haben den ersten Tag genutzt, um uns mit unserem neuen Schiff vertraut zu machen. Es gibt noch einiges einzurichten und für unsere Bedürfnisse anzupassen.
Den Niederrhein fahren wir mehr als 65 km flussaufwärts bis nach Wesel in Nordrhein-Westfalen. In Wesel wird wieder geschleust, und zwar in den 60 km langen Wesel-Dattel-Kanal bis nach Datteln. Hier endet der Kanal in den Dortmund-Ems-Kanal, wir fahren jetzt nordwärts bis nach Münster. Für diese Stadt wird ein Stopp eingeplant. Spätestens dort werden wir unseren Proviant ergänzen und auffrischen müssen. Nach Münster soll die insgesamt 40 km lange Fahrt auf dem Dortmund-Ems-Kanal bis nach Bergeshövede weitergehen. Dann liegen über 300 km Mittel-Land-Kanal bis nach Magdeburg vor uns. Wir hoffen, dass wir unseren Zeitplan einhalten können und vielleicht etwas Zeit finden, die Altstadt von Minden und den sehenswerten Dom zu besichtigen.

Endlich im Heimathafen!

Am Wasserstraßenkreuz Magdeburg beginnt die letzte Etappe unserer insgesamt über 700 Fluss- und Kanalkilometer langen Reise auf den Wasserwegen zwischen Roermond und Berlin. Wir schleusen in den Elbe-Havel-Kanal und uns werden nur noch ca. 150 Kanal-Kilometer von unserem Heimathafen in Berlin trennen.

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Törnplanung am “grünen Tisch”

Wenn unser Törn verläuft, wie wir es jetzt in der Frühlingssonne sitzend am Tablett planen, werden wir nach 8 Tagen von unseren Vereinskollegen in Berlin herzlich empfangen und begrüßt.

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